Hitchock – Rear Window

Letzte Woche haben wir in unserem Filmseminar die Analyse von Hitchcocks “Rear Window” abgeschlossen. Eigentlich nur die Analyse der ersten zwei Minuten, aber die dafür auch drei Wochen lang. Das Interessante daran: Die Analyse ist abgeschlossen, weil wir keine Zeit mehr haben, nicht weil nicht mehr aus den zwei Minuten herauszuholen wäre!

Im Grunde ist der Film eine Hommage an den Stummfilm, mit dem der große Regisseur in den zwanziger Jahren begonnen hatte (anfangs sogar noch als Setzer der Zwischentitel). Gerade gegen Ende sind die Parallelen so offenkundig und doch so subtil, dass man den Meister des Suspense dafür nur bewundern kann. Zudem legt er über den ganzen Film eine Detailgenauigkeit an den Tag, die fast schon unheimlich ist. Man sollte vor allem auf die vermeintlichen Nebendarsteller achten, die so viel Tiefe besitzen, wie heute die meisten Hauptdarsteller.

Es ist schon erstaunlich, dass wir zwar fünfzig Jahre weiter in der Zeit, aber nicht annähernd auf seinem Niveau angekommen sind. Dabei muss man sich vor Augen halten, dass er damals richtiges Mainstream-Hollywood-Kino produziert hat. Kein Wunder also, dass die Simpsons-Macher sich gerne mal auf seine genialen Werke beziehen.

Rear Window wird häufig als bester Film Hitchcocks genannt und auch er selbst bezeichnete ihn oft als einen seiner Lieblingsfilme. Und auch wenn er mal anmerkte, dass Schauspieler wie Vieh seien, sind die Rollen mit Grace Kelly, James Stuart und Thelma Ritter einfach perfekt besetzt.

Lange Zeit durfte der Film nicht gezeigt werden, nachdem ihn Hitchcocks Tochter geerbt hatte. Jetzt ist er in restaurierter Form auf DVD erhältlich. Wer ihn noch nicht gesehen hat, kann und sollte das jetzt nachholen. Auch wer nicht so sehr an der künstlerischen Arbeit interessiert ist, findet hier ein Meisterwerk des Suspene, das auch 50 Jahre nach Entstehen nicht den Vergleich mit aktuellen Thrillern scheuen muss. Niemals danach war Voyeurismus so spannend!

Grüße vom Bosporus

Kurzer Statusbericht nach etwas über einer Woche Urlaub:
Der Flug war angenehm, die Sonne scheint fast ununterbrochen und die Stadt hat sich verändert -wie immer- sie ist trotzdem bezaubernd -wie immer.

Letzten Sonntag hab ich das erste Mal die Wasserpfeife probiert, Teilweise ist’s wie Go-Kart fahren: 15 Minuten macht’s Spaß, mehr bringt nur Kopfschmerzen. Den Tag konnte ich dann in einer Hängematte unter einem Pflaumenbaum ausklingen lassen, was bedeutend angenehmer war 😉 Der Ausblick von dort war übrigens grandios, so wie die ganze Stadt. Der Fotobeweis folgt, sobald ich ein MiniUSB-Kabel aufgetrieben habe, dass ich leider zu Hause hab liegen lassen.

Das größte Problem dieser Stadt ist wohl der Verkehr und ich bin froh, dass ich hier nicht fahren muss. Die Stadt mit den meisten Verkehrsunfällen in Europa hat aber anscheinend auch die günstigsten Taxipreise. Ich hab allerdings das Gefühl, dass eben jene Taxis auch einen signifikanten Teil der Statistik für sich verbuchen können. Die meisten Handeln nach dem Motto: Regeln sind dazu da gebrochen zu werden oder auch: Wer bremst hat verloren 😉

Laminat

Heute habe ich zusammen mit meinem Onkel das Schlafzimmer meiner Eltern mit Laminat ausgelegt. Auf der Packung stand etwas von Klick-System und kinderleichter Verlegung. Entweder ist das schamlos gelogen, oder man zählt auch Hammerschläge als Klicks und heutige Kinder haben einen IQ, der diametral zu den Erkenntnissen der Pisa-Studie liegt! Jedenfalls bin ich froh, dass man vom Boden kaum etwas sehen kann, da das Bett, die Komoden, der große Schrank, der Schreibtisch und der Läufer praktisch alles bedecken. Allerdings könnte man dann naürlich die Frage stellen, warum ich heute eigentlich 8 Stunden auf den Knien ‘rumgerutscht bin, anstatt was sinvolles zu tun. Tja, Frauen!

Blondes Gift zum 2.

Das war ja mal wieder genial. Ich habe zwar keine Ahnung, wer Caroline Beil ist, aber sonderlich helle scheint sie nicht zu sein (da hat sich doch einiges gegenüber den alten Sendungen verändert).
Ich dachte, ich seh nicht richtig, als sie ihr Buch vorgestellt hat. Diesen Mist muss man sich in anderen Senungen ja schon zur genüge antun, als ob nicht ausreichend Werbung während der Sendung gezeigt würde, aber wie Barbara damit umgegangen ist, war wirklich einmalig. Das Buch werde ich mir jetzt sicherlich kaufen.

Im Übrigen scheint es auch, dass jemand aus Barbaras Team dieses Blog verfolgt. Konsequenterweise wurde ihr verboten, den Boden mit dem Getränk einzusauen und aufgefordert stattdessen den Tisch des Gastes mitzubenutzen. Aber auch Barbara selbst ist im Internet aktiv. Das Forumszitat war ja kaum noch zu toppen. (Den Inhalt kann ich hier aus jugendschutzrechtlichen Gründen leider nicht wiedergeben 😉

Alles in allem kann das ruhig so weitergehen, nur die Werbung nervt jedesmal ein wenig mehr.

Blondes Gift

Wie ihr sicher wisst, bin ich ein großer Fan von Barbara Schöneberger und war natürlich ziemlich niedergeschlagen, als der WDR sich entschied ihre Sendung nicht mehr weiter zu produzieren. Hinzu kam noch, dass zur selben Zeit gerade die Harald-Schmid-Show abgesetzt wurde.
Jetzt ist zumindest “Blondes Gift” wieder zurück und auch wenn ich anfangs ein wenig skeptisch war (und eigentlich immer noch bin), ob der Werbeunterbrechungen und der eventuellen Inkompatibilität der Sendung mit dem übrigen Privatsenderkonzept, warte ich nach dem 2-monatigen Entzug gerade sehr gespannt auf die erste Sendung. Ich kenne zwar den Gast noch nicht, aber der ist bei ihr ohnehin meist nur Hintergrundgeplänkel oder Sidekick. Nach dem Wegfall der Bullyparade dürfte es also wieder interessant werden, Montags den Fernseher einzuschalten.

Nachtrag: Soeben hat Barbara Schöneberger ihren bekannten Abschiedsgruß gesprochen und ich werd mich mal an einem Resümee versuchen. Zunächst einmal, was geblieben ist: Das Intro hat sich zum Glück nicht verändert. Im Grunde hat es eine Eleganz, die noch nie zu der Sendung gepasst hat, aber vielleicht ist das ja auch das Interessante daran. Man erwartet etwas in der Art von “Liebe Sünde” oder “Wa(h)re Liebe” und bekommt stattdessen Barbara Schöneberger. Übrigens hat auch sie sich nicht verändert. Sie agiert immer noch so selbstbewusst, als würde die Sendung Sonntag um 0.00 Uhr von einem Regionalsender gesendet und nur von einem kleinen, aber treuen Zuschauerkreis verfolgt. Dabei dürften einige Millionen dabei zugesehen haben, wie sie ihr Team niedermacht (heute mal etwas zurückhaltender), das Ziel der Show “erklärt” oder sich “verplappert”, dass die Sendung am Vormittag aufgezeichnet wird.

Leider, leider gibt es aber natürlich auch Veränderungen. Am einschneidensten und nervigsten ist mit Sicherheit die obligatorische Werbung. Die hat mich wieder daran erinnert, warum ich Privatsender meide wo es geht. Vor allem die abrupte 15 Sekunden Werbung stört den Fluss der Sendung ungemein und ist einfach nur penetrant. Ein solchermaßen aufdringlich präsentiertes Produkt ist doch das erste, was ich im Laden links liegen lasse.
Davon abgesehen hat sich aber auch eine Kleinigkeit im Studio selbst geändert: Der Teppich ist wieder sauber! Eigentlich schade, wenn man bedenkt wie viele Erinnerungen jeder Fleck auf dem Teppich verewigt hatte. Guildo Horn und Kai Böcking hatten daran genauso Anteil wie Barbara selbst, die ja immer noch keine andere Ablage für ihr Getränk hat als den Teppich. Lange dürfte der also nicht mehr so jungfreulich weiß bleiben…
Eine andere Neuerung ist die Präsentation des Insiders. Statt mit Puppen versucht die Redaktion (nicht Barbara, wie sie deutlich hervorgehoben hat) es nun mit vermummten Menschen. Ob der Schal und die Mütze im Sommer immer noch so viel Spaß machen werden, ist allerdings eine andere Sache 😉
Auch bei den Gästen gibt es eine Veränderung, auf die auch Barabara Schöneberger hingewiesen hat: Ihr kennt Sie! Auch wenn ich die bisherigen Gäste ganz nett fand und man so auch noch so ein bisschen was vom Rand der Unterhaltungsbranche mitbekommen hat, war es für die Quoten wohl gesünder sich bekannte Leute ins Studio zu holen. Dass sie damit aber gleich so einen Treffer landen würden, hatte ich nicht erwartet. Für mich war es ganz interessant, weil ich den Daniel K., 18, bisher noch nie länger als 2 Minuten “in Natura” gesehen hatte. Jetzt kann ich aber leider immer noch nicht nachvollziehen, warum ausgerechnet dieser 18-Jährige so viel Aufmerksamkeit bekommt. Ein bisschen blöd kam er mir nämlich schon vor. Vor allem seine Mimik war doch öfter mal von völliger Orientierungslosigkeit gezeichnet. Barbaras Fragen trafen ihn dann wohl auch ziemlich unerwartet, aber über Geld spricht man ja nicht, man hat’s einfach, oder? *g*
Der große Vorteil von blondes Gift war ja immer, dass die allermeisten Gäste die Sendung noch nie gesehen hatten und Barbara entsprechend verblüfft gegenüberstanden. Man erinnere sich an die Sendung, in der Kai Böcking zusammen mit Barbara Schöneberger dem geneigten Publikum den Gebrauch eines Klistiers näher gebracht haben. Ich konnte kaum glauben, dass die das gesendet haben und Kai Böcking hatte wohl auch nicht damit gerechnet 😉
Es wird interessant zu sehen wie Barbara mit der neuen Situation umgeht, aber als studierte Soziologin dürfte sie ihren Zuschauern noch einiges zu bieten haben…

MyDoom

Wer in den letzten Tagen Fernseher, Radio oder Zeitung benutzt hat, wird sie mitbekommen haben: Die Nachrichten über den MyDoom-Virus. Es ist deprimierend und enttäuschend wie völlig falsch und irreführend die Berichterstattung quer durch alle Medien ist. Natürlich erkenne ich das bei diesem Thema, weil ich selbst großes Interesse dafür aufbringe, aber wie ist das denn bei anderen Nachrichten? Wenn die ähnlich miserabel recherchiert sind, würde ich das ja nicht mal merken. Was mag sich ein Politologe denken, wenn über internationale Beziehungen berichtet wird oder einPhysiker, der die, Mars-Berichterstattung über sich ergehen lassen muss.

Ich hab mich jedenfalls furchtbar geärgert: Mein Lateindozent meinte in der letzten Sitzung, er hätte keine E-Mails von uns beantworten können, weil er wegen des gerade grassierenden Virusses seinen Computer seit zwei Tagen nicht mehr eingeschaltet habe. Er hatte Angst, dass der Virus seinen PC beschädigen könnte!

In den Nachrichten konnte man die gesamte letzte Woche über hören, dass der Wurm das halbe Internet lahmgelegt hätte. Er versende außerdem “innerhalb von 30 Sekunden rund 100 E-Mails an Adressen im E-Mail-Verzeichnis”. Bei dem Angriff auf die Firma SCO, die laut Zeitung übrigens die UNIX-Patente besitzt, würde diese mit einer Schar sinnloser E-Mails bombardiert werden. Nachher hieß es, man würde sich den Virus schon installieren, wenn man sich bloß den Haupttext ansehe. Als dann Microsoft mit dem zweiten Wurm auch betroffen war, war SCO ganz plötzlich vergessen und die Linux-Fans wollten jetzt Microsoft schaden. Dass diese Variante sich nahezu gar nicht verbreitet hat, ist uninteressant, da Microsoft weit bekannt und somit deutlich medienwirksamer ist als SCO. Heute habe ich im Radio gar von 30 Milliarden € Schaden gehört, den dieser Wurm bereits jetzt angerichtet haben soll!
Ich könnte noch lange so weitermachen, der Punkt aber ist, dass ich den unbedarften Dozenten verstehen kann, der Angst hat seinen Rechner zu starten. Bei solchen Nachrichten wird eine panische Reaktion ja geradezu provoziert. Ich musste viel Geduld aufbringen um diesen Dozenten davon zu überzeugen, dass er sich keine Sorgen machen muss, wenn er keine Mail-Anhänge öffnet und dass er sich noch viel weniger Sorgen machen muss, wenn er kein Outlook verwendet.

Games, Games, Games

Mann, das ist mal ein wirklich guter Artikel. Ich habe gerade 15 Bildschirmseiten verschlungen und möchte jetzt auf der Stelle einen Game Cube und F-Zero dazu kaufen. Wenn Thomas Willmann noch nicht für Nintendo arbeitet, dann wirds aber höchste Zeit. Wirklich klasse, mehr davon!