Abgedreht

In der Wissenschaft sind wir es ja inzwischen leider gewohnt, dass einzelne Artikel aus Fachzeitschriften auch schonmal $40 kosten, aber offenbar wollen sich auch Zeitungen im Netz nicht allzu billig verkaufen. Die FAZ verlangt zwischen 1 und 2 Euro pro Artikel, bei der Süddeutschen wird man 1,50 los und die NZZ möchte gar 2,38 Euro für einen einzigen Artikel, wohlgemerkt: das sind teilweise auch einfach Kurzmeldungen.

Ich kann das einfach nicht verstehen, da kostet der eine Artikel teilweise mehr als die gesamte Zeitung. Und komme mir keiner mit den Kosten des Archivs. Das muss der Verlag sowieso für seine Redakteure bereithalten und eine automatische Suche kostet nicht einen Euro. Während man auf der einen Seite also praktisch keinerlei Kosten hat, möchte man auf der anderen Seite den Leser noch so richtig schön schröpfen, das ist schäbig und ich bin sicher, der Misserfolg wird mir Recht geben, fragt sich nur, wie lange sich die Zeitungen noch dem Internet entziehen möchten. Lieber lass ich mir die Artikel in der Bibliothek aus dem Archiv holen, als den Verlagen das Geld in den Rachen zu werfen.

Wirklich schade, da sind sämtliche technischen Voraussetzungen vorhanden, um in wenigen Minuten zu recherchieren, was vorher Tage gedauert hätte und dann scheitert’s an der Raffgier der Verlage.

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