Terahertz-Scanner

Schonmal von Terahertz-Scannern gehört? Nicht? Kein Wunder, eigenartigerweise scheinen die Geräte keine besondere Relevanz für die Mainstream-Medien zu haben. Dabei könnte das Thema kaum brisanter sein und endlich verfügbare Science-Fiction ist doch sonst ein Knaller. Teraherz-Scanner nutzen die Eigenschaft von Licht, um Objekte sichtbar zu machen, die eigentlich durch andere Objekte verdeckt sind.

Man kann sich das so vorstellen: Hängt man ein Stück Stoff vor ein Fenster, das stark von der Sonne beschienen wird, ist das Zimmer nicht komplett dunkel, da der Stoff die Sonnenstrahlen nicht komplett reflektiert, sondern einen Teil absorbiert und für einen Teil durchlässig ist. Eine spiegelnde Oberfläche dagegen würde die Sonnenstrahlen fast komplett reflektieren und ein dickerer Stoff komplett absorbieren. Letzteres gilt aber nur für sichtbares Licht. Da Licht im Terahertzspektrum aber eine größere Wellenlänge hat, kann es tiefer eindringen als sichtbares Licht und dann eben sichtbar machen, was vorher nicht sichtbar war. Und genau hierin liegt die Brisanz.

Mit einem Teraherz-Scanner ist es ohne Probleme möglich, Menschen oder ganze Menschengruppen, z. B. an einem Bahnhof, nackt zu betrachten, ohne dass die Beobachteten sich dessen bewusst wären. Da die Strahlen im Gegensatz zu UV- oder Röntgenstrahlen auch nicht-ionisierend, also ungefährlich, sind, können sie bedenken- und grenzenlos eingesetzt werden – und das werden sie auch. Bereits an zahlreichen Flughäfen werden solche Geräte eingesetzt, ohne dass es einen Schrei der Entrüstung gäbe. Aber wie auch, wenn kaum jemand davon weiß?

Ab und an geraten die Geräte tatsächlich auch in den Fokus der Presse, dann geht es natürlich immer nur darum, pöhse Waffenträger und Drogenschmuggler zu entlarven. Interessanterweise fehlt denen dann meist das männliche Geschlechtsorgan, einfach wegretuschiert. Diese Eigenschaft alleine sollte ja schon aufschrecken, schließlich kann es kaum noch eine privatere Spähre geben als diese, aber es geht noch weiter: Mit Teraherz-Scannern kann man auch problemlos durch Wände sehen. Da braucht der Nachbar also gar nicht mehr auf youporn gehen, sondern richtet die Kamera einfach auf die Wand. Genau so gut, könnten man dann alle Gardinen abnehmen und Wände aus Glas bauen. Ob Schlafzimmer oder Bad, auf Türen könnte man ebenfalls verzichten. Schöne neue Welt.

Bei all diesen Möglichkeiten stellt sich doch zwingend die Frage, inwiefern die Politik regulierend eingreift. Einfache Antwort: gar nicht. Wir leben in interessanten Zeiten. Möge Heise uns noch eine Weile erhalten bleiben.

4 thoughts on “Terahertz-Scanner”

  1. Lustig wie sich die Vorstellung von Privatsphäre unterscheidet. Mir ist recht egal, ob mich jemand nackt sieht. Mich stört viel mehr, wenn jemand ein Bewegungsprofil von mir hat, genau weiß wer ich bin (RFID im Reisepass) oder meine persönlichen Daten auf meiner Festplatte durchwühlt. *grübel*

  2. Gegen die überall sprießenden Überwachungskameras gibt es ja schon Gegenmittel. Siehe h**p://www.oberwelt.de/projects/2008/Filo%20art.htm. Sowas müsste auch im Terahertz-Bereich zu konstruieren sein.

    Ich mache mir da keine großen Sorgen jede Überwachungsmaßnahme benötigt immer den (n + 1)-ten Aufwand der zugehörigen Gegenmaßnahme. Wäre dies nicht so wäre heute die Welthauptstadt in Rom oder Berlin oder Moskau.

  3. die private Überwachung hat schon begonnen. Leider ist es auch bösen Menschen nicht verborgen geblieben, was diese Strahlen alles können. So werde ich seit nunmehr 5 Jahren von einem Menschen “lückenlos”!!! beobachtet und gequält. Deswegen war ich das Ziel dieses Angriffes: meine Wohnung, die ich leider an ihn für 1/10 des Verkehrswertes verkaufen mußte.

  4. Die BRD testet bereits seit 2003 Terahertz Systeme mit denen über große Distanzen auch der Durchblick durch Mauern möglich ist. Diese technische Entwicklung gipfelt in dem Thyssen Krupp Z106. Es ist der Bundesrepublik Deutschland damit auch möglich Menschen in Bunkern über Nervenreiz Stimulationen unschädlich zu machen, vgl. dazu auch das Wikipedia.

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