Resistance is not Terrorism

Heute ist mir auf dem Flughafen von Düsseldorf ein T-Shirt aufgefallen. Ich konnte den Träger leider nicht von vorne sehen, aber die Aufschrift auf dem Rücken war:

Resistance is not Terrorism

Vor einiger Zeit hätte ich noch andere Gedanken zu diesem Spruch gehabt, als nach der Aktion in Kopenhagen:

Die schwersten Krawalle in Dänemark seit rund 15 Jahren begannen am Donnerstagmorgen, als eine Anti-Terror-Einheit im Innenstadtviertel Nörrebro ein besetztes Gebäude räumte. Dieses hatte seit den 1980er Jahren als Jugend- und Kulturzentrum der Anarchistenszene gedient. Wütende Demonstranten griffen daraufhin die Sicherheitskräfte an. [NZZ, 4.3.2007]

Mir will nicht in den Kopf, wie man eine Anti-Terror-Einheit auf diese Weise gegen die eigene Bevölkerung einsetzen kann, auf die keine mir bekannte Definition des Begriffs Terrorist zutreffen kann. Ist das ein Vorgeschmack auf das, was uns im Europa der Zukunft erwartet? Sind die derzeit erlassenen Gesetze wirklich gegen die gerichtet, die als Begründung dafür herhalten müssen? Auf diese Fragen habe ich heute nicht mehr die selbe klare Antwort wie noch vor ein paar Jahren.

5 thoughts on “Resistance is not Terrorism”

  1. Da habe ich eine komplett andere Meinung:
    Ein Hauseigentümer muss es sich nicht gefallen lassen, dass sein Eigentum dauerhaft derart gestört wird.
    Selbst darf er sich nicht behelfen (friedlich wird er da ja auch weiterkommen), also muss der Staat- sprich die Polizei – helfen.

    Klar, die Polizei hätte auch erstmal ‘ne Streifeneinheit hinschicken können. Aber wenn ich mir angucke, was für Ausschreitungen es gegeben hat, und dass sogar die Bauarbeiter, die das Haus heute abreißen, aus Selbstschutzgründen vermummt arbeiten müssen, wäre das wohl keine gute Idee gewesen, und hätte nicht zum Erfolg gedient.
    Aus meiner Sicht war es das einzig richtige, da eine auf extreme Situationen ausgebildete Spezialeinheit einzusetzen. Soweit ich weiß, war das auch eine Polizeieinheit, keine Armeeeinheit.

    Oder bist Du der Meinung, dass auch bei Bankräubern die Polizei nicht “gegen die eigenen Bürger” eingesetzt werden darf? Die Polizei ist doch gerade für innere Angelegenheiten, also Angelebenheiten der Bürger, da.
    Oder machst Du das nur am Begriff “Anti-Terror-Einheit” fest? Übersetz es doch als “Spezialeinheit” oder “Kriseneinheit” – der Name tut doch nichts zur Sache…

  2. “Resistance is not Terrorism”…da stimme ich voll und ganz zu. Eine Schule zu verwüsten, tausende Steine zu werfen und 40 Autos anzuzünden sind aber schwere Verbrechen, gegen die man vorgehen muss. Und wenn es nicht anders geht, was ich in diesem Fall glaube, dann eben mit allen verfügbaren Mitteln, die, das Militär einmal ausgeschlossen, eben auch Spezialeinheiten, bzw. Anti-Terror-Einheiten sind. Es ist allemal besser, noch ein paar Leute dabei zu haben, die sich mit Taktik auskennen, als nur eine Hundertschaft Polizisten mit Schlagstöcken und Schilden versuchen zu lassen, hunderte, wenn nicht tausende randalierende Menschen aufzuhalten. Ich persönlich halte das für richtig und wäre auch ebenso vorgegangen- ob in Kopenhagen oder in den Vororten von Paris. Ich meine, ich bin unter 20 und mir passt auch viel am System hier nicht, aber das ganze in einen Kleinkrieg ausarten zu lassen, ist einfach zu viel. Irgendwann muss man überlegen: Ist ein Gebäude, das einem geräumt wird, es wirklich wert, dass ich Menschenleben in Gefahr bringe, besonders wenn diese rein gar nichts dafür können? Ist die Faust wirklich gegen die Richtigen geballt? Ich bin kein radikaler, weder rechts noch links, würde mich selbst sogar als ziemlich mittig und gemäßigt einstufen, von daher kann ich das nicht verstehen. Seine Kritik zu äußern, ist unser aller Recht. Es mit starkem Nachdruck durchzusetzen, ist in manchen Fällen vermutlich auch sehr gut angebracht. Aber so vorzugehen, wie wir es in Kopenhagen sahen, MUSS einfach eine geballte Antwort des Staates provozieren, damit nicht Unschuldige, und auch nicht noch mehr Besitz (wo die Priorität liegt, sollte ja klar sein), zu schaden kommen. Grüße, Ebu

  3. André, es geht mir ganz besonders um den Begriff Terrorist. Vielleicht hast du es noch nicht mitbekommen, aber für die gelten inzwischen ganz andere Gesetze als für normale Kriminelle. Es ist also nicht egal, ob jemand als Terrorist bezeichnet wird oder als Krimineller. Natürlich bin ich nicht dafür, Anarchisten einfach schalten und walten zu lassen, wie es ihnen beliebt, aber über die Art und Weise des ersten Eingriffs mache ich mir schon Gedanken.

    Ebukadneza, wo die Prioritäten liegen, werden wir sehen, wenn die Situation des Präkeriats sich noch weiter verschlechtert.

  4. *schmunzelt* Ich hatte mir überlegt, ob ich es wirklich so schreiben sollte, aber hab mich dann doch dafür entschieden. Allgemein ist das aber nicht der Punkt meiner Aussage, es geht mir um den Rest: Man musste hier auch unschuldige Menschen schützen! Oder hast du nicht die Bilder von den Krawallen gesehenen (und ich hoffe, hiermit breche ich jetzt keine “Presse-Vertraulichkeits-Debatte” an)? Also ich würde nicht wollen, dass es so in meinem Städtchen zu geht, besonders nicht vor meiner Haustüre. Dass Polizeimacht oft missbraucht wird, ist mir bewusst, aber ich denke, hier war es schon berechtigt.
    Und zu den Terror-Kräften: Ich denke nicht, dass es sich hierbei um andere Befugnisse handelte, sondern einfach nur die Leute dafür abgestellt wurden. Wissen tue ich dies allerdings nicht.
    Grüße, Ebu

  5. Die Rechte, nach denen gegen die Randalierer dort vorgegangen wird, richten sich aber nicht nach dem Namen der eingesetzten Einheiten… 🙂
    Muss aber gestehen, dass ich mit den dänischen Regelungen da nicht so auskenne…

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