7. Tag: VHS und piepende Pucks

Heute bin ich extra früh aufgestanden, um nicht zu spät zur Exchange Students Exhibiton zu kommen. Ich hatte es mir als Zusammenkommen aller Austauschstudenten vorgestellt, aber leider war es tatsächlich nur eine kleine Ausstellung, wo z.B. nette Damen von der Volkshochschule unter anderem auch deutschsprachige Studenten für den Austausch mit ihren erwachsenen Deutschlernern zu ködern versuchten. Da ich einfach nicht nein sagen kann, hatten sie bei mir natürlich leichtes Spiel. Naja, vielleicht schaffe ich es zumindest so in Kontakt mit richtigen Schweden zu kommen. Außerdem war da auch irgendeine Firma anwesend, sodass ich jetzt eine Karte habe, mir der ich an ein paar Orten Studentenrabatt bekommen kann.

Es ist ja allgemein bekannt, dass die Schweden recht technikaffin sind, wie weit Sie uns aber voraus sind, hab ich heute in einem Café erlebt, wo ich den Rest des Vormittags verbracht hab. Wenn man dort ein gegrilltes Sandwich bestellt, muss man nicht minutenlang blöd an der Theke ‘rumstehen, sondern bekommt einen kleinen elektronischen Puck. Man kann sich dann einfach hinsetzten und schonmal den Kaffee genießen – der hier übrigens nicht kochend heiß, sondern warm serviert wird –, wenn das Sandwich fertig ist, piept der Puck kurz und man kann sein Sandwich abholen – sehr cool. Weniger cool sind hier die Preise. Unter 10 Euro kommt man aus einem Café nicht raus, auch wenn man nur einen Kaffe und was kleines zu essen hatte.

Heute hab ich auch endlich Post von meinem Erasmus-Koordinator bekommen. In einem Seminar bin ich jetzt schon aufgenommen, leider hab ich aber schon vier Sitzungen und zwei Übungen verpasst, weil die Sitzungen zwei Mal die Woche stattfinden, plus Übung. Dabei ist das schon ein 50%-Seminar. Wem das nichts sagt: In Schweden funktioniert das ganze System mit Seminaren ganz anders als in Deutschland. Dort hat man für ein Seminar genau 90 Minuten in der Woche. Was – wie jeder, der das schon Mal mitgemacht hat, bestätigen kann – ein Witz ist. Dabei ist es nicht die Länge des Seminars, 90 Minuten sind sicher ausreichend, aber nach einer Woche braucht man immer erst eine Weile, bis man wieder im Thema ist, so wird unnötig Zeit verschenkt. Hier dagegen findet das Seminar vier Mal in der Woche statt, plus ein Tag Übung. Man kann sich also gut auf zwei Seminare konzentrieren und zum nächsten Quartal – hier werden die Semester nochmal geteilt – kann man noch zwei Seminare belegen. Wenn man ehrlich ist, schafft man in Deutschland auch nicht mehr, muss sich aber in einer Woche an vier u.U. völlig verschiedene Themen heranarbeiten, dabei sollte inzwischen eigentlich jedem klar sein, dass Context-Switching böse ist.

2 thoughts on “7. Tag: VHS und piepende Pucks”

  1. An die Preise gewöhnt man sich auch noch 🙂 Willy’s und PrisXtra zum einkaufen ist günstiger als COOP oder ICA, und wenn es ums Essen geht am Wochenende zuhause und in der Woche nur zu Lunch Menu Zeiten, ca. 11-15 zum Studipreis, ansonsten kann man sich das als Student auf die Dauer nicht leisten.

  2. Also, dass mit dem Puck hab ich auch schon in England, war glaub ich Camebridge, erlebt. Wenn die Pizza fertig war hat das Teil zu vibrieren angefangen und dann musste man sie an der “Pizza-ausgabe” abholen. War aber auch ein sehr verwinkeltes Teil, wo man auch seine Getränke nur an der Theke bekommen hat.

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