iPhone zum ersten

Ein Wort (oder das erste) zum iPhone: Auch ich hab die Keynote gesehen und das UI des iPhones ist mit großem Abstand das beste, was ich je auf so einem Gerät gesehen habe. Damit meine ich noch nicht einmal all die kleinen Details, für die Apple ja bekannt ist, sondern vor allem das liquide Gefühl, das man schon beim zugucken spüren konnte. Wenn Steve mit dem Finger durch die Alben im CoverFlow geht, rutschen die Titel erst schnell, dann immer langsamer über den Bildschirm. Wenn man ein Cover anklickt, bekommt man nicht einfach die passende Tracklist zu sehen (besagtes kleines Detail), sondern das Cover wird tatsächlich umgedreht. Wenn man mit dem Finger schnell durch die Kontakte scrollt und dabei das Ende oder den Anfang der Liste erreicht, bleibt das Bild nicht einfach stehen, man bekommt visuelle Feedback, indem die Liste wie von einer Wand zurückprallt. Wenn man von einem Programm zum anderen wechselt, geschieht das butterweich, indem die Anwendung (wie bei OS X ein Ordner) animiert verkleinert wird.

Eine andere Sache ist die Tastatur, es wird eine normale virtuelle Tastatur eingeblendet, aber wenn man einen Buchstaben drückt, wird dieser kurz vergrößert, um zu signalisieren, dass er erkannt wurde. Hier ist Apple aber einen Kompromiss eingegangen: Klar, visuelles Feedback ist gut, aber in manchen Situationen ist taktiles Feedback einfach durch nichts zu ersetzen. Vor einigen Jahren konnte ich auf der CeBIT eine Lasertastatur ausprobieren. Dabei wird mit einem Laser, eine Tastatur auf eine Oberfläche projiziert und eine Kamera erfasst die Finger, sodass man wie auf einer normalen Tastatur einfach auf den Tisch tippen kann, wo die Buchstaben zu sehen sind. Ich hab das eine ganze Weile ausprobiert und obwohl das hochkompakte Gerät einige Vorteile gegenüber einer normalen Tastatur hätte (Platzbedarf, Staubresistenz, Flüssigkeitsresistenz) würde ich es auf keinen Fall benutzen wollen. Schon nach kurzer Zeit merkte ich, dass etwas fehlte, etwas, an das ich mich in all den Jahren sehr gewöhnt hatte: Die nicht-visuelle Rückmeldung, dass eine Taste gedrückt wurde. Wenn ich auf einer normalen Tastatur schreibe, fühle ich einfach, dass ich eine Taste gedrückt habe, dadurch kann ich beim Schreiben ein sehr hohes Tempo erreichen. Eben dieses Feedback an den Fingerspitzen fehlt beim iPhone, so sehr das Multi-Touchscreen auch ein Fortschritt in diesem Bereich ist – und das ist es für Smartphones in jedem Fall.

Wenn VW das kann, sollte es Apple auch können. Aber mit irgend etwas muss man ja auch eine zweite Version rechtfertigen 😉

Ironie dabei: Am Freitag wurde mein Palm Treo 680 geliefert. Steve hätte mir wenigstens das erste Wochenende in gönnen können, in dem ich nicht das Gerät anschaue und das Gefühl habe, Elektroschrott in den Händen zu halten. Bei meiner Bestellung war es jedenfalls noch das beste Smartphone auf dem Markt.

2 thoughts on “iPhone zum ersten”

  1. Oh weh, du wirst ja doch zum Apple-Jünger! Also mich begeistert das iPhone ja nicht besonders.

    Aber eigentlich wollte ich dir was anderes mitteilen… ich befürchte, du bist auch ein Opfer des RSS-Bugs in WordPress 2.0.6! Der funktioniert nämlich nicht mehr, wenn man nicht eine gepatchte Datei einspielt. Aber es gibt ja mittlerweile schon eine Version 2.0.7, die diesen Fehler und noch eine Sicherheitslücke behebt. Würde ich an deiner Stelle mal aktualisieren!
    http://wordpress.org/development/2007/01/wordpress-207/

  2. Danke für den Hinweis, hätte ja eigentlich eine Mail von denen bekommen sollen.

    Übrigens, den Apple-Jünger verbitte ich mir. Apple ist hier halt nun mal innovativ, was man von Nokia und Co. nicht unbedingt behaupten kann, und dass bei Apple halt auch viel liebe im Detail steckt, ist ja kein Geheimnis. Allerdings hat Apple natürlich einen Vorteil: Sie wollen mit dem Telefon nur 1% des Marktes und können sich so komplett auf dieses eine Telefon konzentrieren und es perfektionieren. Wenn Nokia nur noch ein Telefon anbieten würde, könnten die bald einpacken.

    Außerdem bin ich ja nur auf das UI eingegangen, gerade was das Feedback angeht, kann das ja auch sehr schlecht zu nutzen sein. Jedenfalls werde ich nicht noch einmal Beta-Tester für Apple spielen. Ich behalte mein Treo mindestens bis zur zweiten Generation des iPhone

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