Bankrott

Manchmal liest man ganz zufällig Dinge, die versüßen einem einfach den ganze Tag. Gerade hab’ ich etwas über Lawrence Lessig gelesen: Er hat sich E-Mail-Bankrott erklärt, nachdem er 80 Stunden dafür aufgewendet hatte, sein Backlog von Emails abzuarbeiten und kein Ende abzusehen war.

In einer ähnlichen Situation war ich auch schon mehrere Male. Spätestens, wenn rechts die Zahl 100 auftaucht und links daneben das Wort “Posteingang”, weiß man, dass ordentlich was schiefgelaufen ist. Im Grunde ist das Problem dann schon nicht mehr mit den üblichen Methoden zu lösen. Lessings tägliches E-Mail-Aufkommen übersteigt meines natürlich um ein Vielfaches, und ich kann mir vorstellen, dass er als Jura-Prof in Stanford auch noch etwas weniger Zeit für die Beantwortung hat als ich. Als er also einfach nicht mehr hinterher kam, leerte er seinen Posteingang, setzte eine neue Mail auf und truge alle, die noch auf Antwort von ihm warteten, in das BCC-Feld ein, dann schrieb er ihnen, dass er es einfach nicht mehr schaffe, alle Mails durchzugehen und zu beantworten und bat die Empfänger, ihm eine neue Mail zu schicken, wenn es wirklich dringend wäre, er würde diese Mails jetzt bevorzugt behandeln. Dafür verwendete er fünf Absätze mit ebensovielen Entschuldigungen. Es scheint geklappt zu haben, jedenfalls empfiehlt er dieses Vorgehen weiter.

Übrigens: In meinem Posteingang warten gerade 8 Mails auf Bearbeitung. Wieviele habt ihr?

2 thoughts on “Bankrott”

  1. In meinem Posteingang liegen derzeit 16 Mails. Die sind zwar alle gelesen, aber noch noch nicht bearbeitet. Bearbeiten heißt bei mir: Nur Archivieren, Beantworten und archivieren, Löschen oder ein ToDo-Item/Kalendereintrag erstellen und die Mail archivieren.

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