Mein Mac, erster Teil: das MacBook

Vor ungefähr zwei Monaten hat ein Freund versehentlich Malzbier über mein drei Jahre altes Notebook gekippt. Da gab es dann keine Entschuldigung mehr, einen Neukauf hinauszuzögern, der 1,3 GHz Celeron war weder der schnellste, noch der sparsamste Prozessor und mit drei Kilo war das Notebook auch nicht unbedingt handlich, von der Lautstärke der Lüfter ganz zu schweigen. Nach langem Überlegen habe ich mich dann für ein MacBook entschieden. Bisher hatte ich nur PCs, dass ich mal etwas anderes als Windows oder Linux benutzt hatte, lag mit meinem Atari Jahre zurück. So ein Umstiegt ist immer auch eine gewaltige Umstellung, da man praktisch alles verliert, was man kannte und sich über die Jahre angeeignet hat. Unter Windows kenne ich jedes Verzeichnis, jedes Schema und jedes Menü, der Mac war dagegen etwas völlig unbekanntes. Was folgt ist also praktisch der Eindruck eines Switchers, allerdings mit zwei-monatiger Verspätung, die aber nötig ist. Der erste Eindruck kann sehr täuschen, schließlich steigt man von einem Betriebssystem, dass man seit Jahren kennt, auf eines um, dass man noch nie verwendet hat. Jedenfalls wäre dieser Bericht um einiges negativer ausgefallen, hätte ich ihn vor einem Monat geschrieben, so viel ist sicher.

Fangen wir an mit der Hardware:
Ich muss zugeben, meine Entscheidung zum Mac zu wechseln, hing auch mit dem Design der MacBooks zusammen. Mac OS X hat zwar auch einen gewissen Reiz, aber hätte ich nicht schon gewusst, dass man über BootCamp Windows parallel installieren kann, hätte ich mich wahrscheinlich nicht für Apple entschieden. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, aber edel sehen die weißen MacBooks ja schon aus und das, obwohl das Gehäuse nicht wie das der MacBook Pros aus Aluminium, sondern aus Kunststoff beseht. Irgendwie kriegen es die Apple-Entwickler hin, dass das nicht billig aussieht, wie auch beim iPod-Nano. Zudem ist das Notebook erstaunlich günstig für die Ausstattung, nur der PC-Card-Anschluss fehlt. Allerdings habe ich eine 120 GB Festplatte und 2 GB RAM selbst eingebaut, weil der Aufschlag, den Apple dafür haben wollte, einfach unverschämt hoch war. Da hätte ich für das Upgrade von 60 auf 120 GB 230 Euro Aufpreis zahlen müssen. Zum Vergleich: Die Seagate-Festplatte, die Apple verbaut hat mich als Endverbraucher neu 124 Euro gekostet. So hab ich nicht nur 116 Euro gespart, sondern auch noch eine 60 GB 2,5″ externe Festplatte dazu bekommen.

Das Notebook selbst ist zwar recht günstig, verglichen mit Dell und Co. aber die Verarbeitung ist trotzdem sehr gut, nichts daran wirkt billig. Das liegt vielleicht auch an den kleinen Dingen, die sehr durchdacht wirken. Beispielsweise liegen alle Anschlüsse auf einer Seite und nicht hinter dem Notebook wie das bei den meisten Geräten der Fall ist. So kommt man viel leichter an die Anschlüsse ran, muss nicht blind fummeln und fragt sich, was die anderen Designer sich denn dabei denken, wenn sie die Anschlüsse hinter das Display packen. Ein anderes Detail ist die Handablage, die nicht aus Plastik besteht wie bei meinem alten Notebook, sondern aus einer Art hartem Gummi. Es fühlt sich wesentlich angenehmer an und man schwitzt auch bei längerem Tippen kaum. Tippen ist ein gutes Stichwort: die Tastatur. Im ersten Moment kommt einem das Design der Tastatur ja sehr fremd vor, verglichen mit den Tastaturen in praktisch jedem anderen Notebook. Die Tasten sind nicht zu den Seiten hin abgeschrägt, sondern komplett flach. Und auch wenn es nicht so aussieht, es tippt sich damit sehr schnell und angenehm. Im Endeffekt hat man ja nicht weniger Fläche für die Tasten, sondern einfach nur mehr Platz.

Wo Licht ist, ist aber bekanntlich auch Schatten und das ist beim MacBook nicht anders. Das wirklich allerschlimmste ist das ein konstantes, hohes Sirren, das immer dann auftaucht, wenn der Prozessor nicht ausgelastet ist und gut geeignet ist, um einen in den Wahnsinn zu treiben. Abschalten kann man das Sirren nur, wenn man den Prozessor beschäftigt und das geht nicht nur auf die Akkuleistung, die ansonsten hervorragend ist, es führt auch dazu, dass der Lüfter fast ununterbrochen läuft, der ansonsten eher ruhig ist, so dass man kaum etwas hört, die Unterseite des Notebooks aber auch schonmal gefühlte 50°C hat – zum Glück ist ja bald Winter, der Neid der anderen an der Bushaltestelle ist mir also sicher. Vor kurzem ist auch noch meine eingebaute Kamera ausgefallen, aber das kann bei jedem Hersteller mal vorkommen, nächste Woche habe ich einen Termin in der Werkstatt und wer weiß, vielleicht haben die ja eine Lösung für das Sirren.

Morgen geht es weiter mit der Software…

7 thoughts on “Mein Mac, erster Teil: das MacBook”

  1. Wegen des Sirrens würde ich auf jeden Fall auf einem Austausch bestehen. Ich habe zwei MacBooks und beide sirren nicht, d.h. es kann sich zumindest nicht um einen grunsätzlich auftretenden Serienfehler handeln. Vielleicht hat der Händler ja auch MacBooks da, so dass man direkt vergleichen kann. (Theoretisch könnte es natürlich sein, dass Du einfach nur viel bessere Ohren hast als ich, aber das halte ich für unwahrscheinlich, da auch meine Freundin sich noch nie über ein Sirren im MacBook beschwert hat, und die kriegt ansonsten bei praktisch jedem Elektronikgerät eine Krise wegen des Fiepens.)

  2. Das Sirren ist beim mir schon sehr auffällig, ich habe einen Tinnitus und höre es trotzdem, das heißt schon was. Außerdem bin bin ja nicht der einzige der das beklagt, google mal danach. Übermorgen bin ich ja dann in der Werkstatt, mal schauen, was wird.

  3. Danke für die Darstellungen. Vor 4 Wochen umgeswitcht, muss/darf ich mich mit IMacs, weißem MacBook und Mac Pro herumschlagen. Ich kann die in allen drei Artikeln genannten Erfahrungen nur bestätigen.
    So schön das weiße MacBook auch ist, mich stören die scharfen Kanten.
    Ein Teil meiner Hände liegt auf der Kante des Books, das wird mit der Zeit durchaus unangenehm. Oder betrifft das vielleicht nur weibliche Benutzer?

  4. Naja, finde ich weniger schlimm. Die meiste Zeit liegen die Hände ja eher locker auf der Tastatur. Wer schreibt schon mehrere Sätze in einem durch? Aber richtig, manchmal wünscht man sich eine schonendere Behandlung der Handgelenke.

  5. Habe gerade tatsaechlich mein macbook mit Schleifpapier bearbeitet…hat aber nur ein bisschen geholfen. Ich haette jeden ausgelacht, der mir das vorher gesagt haette, aber die Kanten haben mir nach 5 Minuten tippen schon so in die Handgelenge geschnitten, dass ich aufhoeren musste… Ich denke das hat auch was mit der groesse der Haende zu tun, denn wenn ich meine
    Haende weiter runter lege ist es ok, weil das Hauptgewicht auf den Handballen liegt. Wenn ich tippen will sind dafuer meine Haende aber zu klein, ich muss weiter nach oben rutschen und habe das Gewicht mehr auf der Kante…

  6. hallo. wenn man sich die einschlägigen foren ansieht, scheint es ein bekanntes problem zu sein. einige mac-orthodoxe lachen sich darüber scheckig. ich find es aber gar nicht witzig. ich glaube nicht, dass ich es akzeptieren muss, dass ich an meinem neuen macbook schon nach wenigen minuten rauhe handgelenke habe und nicht mehr schreiben will. hallo? ich denke, apple ist designkönig?! zu gutem design gehört aber nicht nur ein schickes aussehen sondern auch praktikabilität. scharfe kanten an einem gebrauchsgegenstand haben da einfach nichts zu suchen. da müssen auch menschen mit kleinen händen lange schreiben können, ohne sich wund zu kratzen. schließlich gibt es auch leute, die ernsthaft stundenlang an einem rechner sitzen und tippen. das hatte ich jedenfalls vor. ich bin total enttäuscht und werde das reklamieren.

  7. Also bei aller Zufriedenheit mit dem Macbook Pro möchte ich dem auch zustimmen: die scharfen Kanten sind absolut übel. Ich fummel inzwischen mit allen möglichen Haltungen und Stellungen um den Kontakt mit den Kanten zu vermeiden. Meine Handgelenke und Arme sind inzwischen so irritiert, dass schon die kleinste Berührung stört. Ich bin nun dazu übergegangen das Macbook tatsächlich auf den Knien zu haben, dann kann man das Hauptgewicht auf den Handballen haben, was erheblich angenehmer ist.
    Dennoch sind die Kanten, besonders die Spitzen in der Mitte so scharfkantig, dass man sich durchaus daran verletzen kann. Ich habe ständig das Bedürfnis zu einer Feile zu greifen und die Kanten abzurunden. Der Witz ist, dass die Kanten unter dem Notebook völlig normal und abgerundet sind. Ich werde mir glaube ich bald einen Werkstoff-Spezialisten suchen, der das Ganze professionell in Ordnung bringt. Bei einem ansonsten so präzise und cool gearbeiteten Gerät ist das schon ziemlich ärgerlich.

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