Warum die Welt „Superman returns” nicht braucht

Der folgende Beitrag enthält Spoiler; also, bitte nicht weiterlesen, wer ihn noch sehen möchte.

Das beste an diesem Film: Irgendwann ist er zu Ende. Die schlechte Nachricht: Man muss über 150 Minuten darauf warten.
Ich habe schon einiges an schlechtem im Kino gesehen, aber dieser Film übertrifft die meisten zumindest in dieser Hinsicht klar. Sicher, Superman ist wirklich der langweiligste aller Superhelden: (Praktisch) unsterblich, superschnell, kann fliegen, Röntgenblick, Hitzeblick, muss nicht atmen etc. Daraus etwas sinnvolles zu machen ist schon nicht einfach, aber hier wurde es einfach komplett versemmelt. Die Story hat keinen richtigen Anfang und auch kein Ende, wobei das wohl bewusst offen gelassen wurde, damit man einen der teuersten Filme aller Zeiten noch ohne Verrenkungen fortsetzen kann. Irgendwo müssen die über $260 mio ja wieder eingespielt werden. Der Film leidet darunter allerdings sehr deutlich. Das bisschen Story, das übrigbleibt, wird für die Fortsetzung aufgebaut. Lois einen Sohn zu geben, ist ja eine tolle Idee und in dieser Reihe wirklich originell, aber wenn man absichtlich nicht auf ihn eingeht, um noch Stoff für die Fortsetzung zu haben, komme ich mir als zahlender Zuschauer verarscht vor.

Im Grunde ist der ganze Film eine einzige Special-Effects-Demo und selbst für einen Superman-Film wird die Realität in manchen Szenen einfach zu sehr gedehnt. Beispiel: Ein Erdbeben, das vom Meer her kommt, rast auf Metropolis (New York) zu und reißt dabei einen Krater auf, in dem ein Hochhaus gut verschwinden würde. Was passiert? Eigentlich müsste ja die Stadt völlig zerstört werden, stattdessen fallen aber nur ein paar Brocken vom Himmel, die Superman mit Leichtigkeit auffangen kann und natürlich die Kugel auf dem Dach des Daily Planet. Warum wird diese verdammte Kugel eigentlich jedes Mal auf dieses verdammte Dach gehievt, obwohl sie in jeder Folge jemanden zu zerquetschen droht?!

Alles in allem eine schwere Enttäuschung, der einzige Lichtblick ist Kevin Spacey, obwohl der Regisseur offenbar alles getan hat, um auch seine Rolle völlig in den Sand zu setzen. Abgesehen davon scheint es seit „Matrix” wieder in zu sein, Filmen einen messianischen Touch zu geben, hier wurde mit der großen Kelle ausgeteilt und zumindest auf mich wirkt das eher albern.
Gerade habe ich gelesen, dass der Regisseur auch für die X-Men zuständig war. Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich mir das Geld sparen können, für „Snakes on a plane” 😉

4 thoughts on “Warum die Welt „Superman returns” nicht braucht”

  1. Also diese Kritik ist das letzte.
    Eine Comic verfilmung runter zu putzen weil etwas in diesem Film geschieht was Unrealistisch ist,ist einfach nur schwachsinn!

    Superman Returns ist einer der Kinohits diesen Jahres mit stärken und schwächen!

    Eine schande das eine solche Kritik veröffentlicht wurde und ebenso eine schande das die Argumentation so schwach ausfällt WARUM der film so schlecht ist!

  2. Auch in Comics gibt es bestimmte Regeln. Wenn ein Komet auf die Erde in Richtung New York raßt, kann man in der nächsten Szene auch nicht einfach so tun, als wäre nichts gewesen. Das war auch nur ein Beispiel. Ein anderes: Superman hievt eine Insel ins All, die fast komplett aus Kryptonit besteht. Eine Einstellung vorher war er fast krepiert, weil er nur auf der Insel stand und in der nächsten kann er den ganzen Brocken ins All schleudern, obwohl Kryptonit für ihn tötlich sein sollte. Das macht die ganze Sache einfach langweilig.

  3. Dieser “Meteoritenfehler” kam 2 Mal vor im Film: Am Anfang des Films erbebt die Farm allein durch das Herunterfallen des Brockens mit Superman – aber der Aufschlag scheint ohne Schockwelle und Erdbeben zu “verpuffen”. Als Superman selbst runterfällt am Ende des Films fehlt der Feuerball rund um ihn – er scheint wie eine Feder runterzuschweben und halt ein kleines Kratchern zu machen.

    Aber gut. Wie du schon richtig gesagt hast, vom X-Men-Regisseur kann man nicht so viel Detailrealitätssinn erwarten. 😉

    Ganz so herb würde ich meine Kritik nicht schreiben. Ich fand mich gut unterhalten. Wahrscheinlich wurde ich bloss von der geliebten Superman-Fanfare am Anfang und in Teilen während des Films überwältigt und habe die lasche Pseudogeschichte verdrängt. Ein weiterer Traum meiner Jugend-Fernsehjahre wurde Realität. Und in den Sand gesetzt. Wieso geben Produzenten Abermillionen an Dollar aus für Projekte mit unterdurchschnittlichen oder schlechten Drehbüchern? Allein für das Remake von Planet der Affen gehört Tim Burton erschlagen, auch wenn er sonst sehr innovativ ist.

    Um zur Comicwelt zurückzukommen: Lichtblicke sind nur die “Spider-Man”-Filme und “Batman Begins”. Amen.

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