Wochenrückblick

Es ist erstaunlich, was alles in einer Woche passieren kann.
Zunächst das Wichtigste für mich: Nein, es ist nicht der Fernsehbeitrag, sondern meine Hausarbeit. Ja, die Hausarbeit, die ich vor drei Monaten begonnen habe und die Hausarbeit, die ich gestern abgeschlossen und abgegeben habe. Das Thema war: “Frauenlieder des 12. und 13. Jahrhunderts unter besonderer Beachtung Reinmar des Alten und seiner ‘Witwenklage’ “. Jeder Interessierte kann sich die vollständige, 15-seitige, von mir mühsam, nervenraubend, schweißtreibend und manchmal auch zu nächtlicher Stunde geschriebene Hausarbeit hier herunterladen. Wer übrigens kein OpenOffice hat, wird sich wohl eher für die PDF-Version erwärmen können. Das war ein richtig harter Brocken und ich bin froh, dass ich’s hinter mir hab. Ich bemühe mich übrigens immer, sehr klar und einfach zu schreiben, sodass niemand Mittelhochdeutsch können muss, um sich anhand der Arbeit ein Bild des Mittelalters zu machen.

Die Meisten wird aber wohl viel eher die Sendung am vergangenen Montag und die Auswirkung, die sie verursacht hat interessieren. Es wird wenig überraschen, dass ich im erste Moment schon ein wenig enttäuscht war, ob der Kürze des Beitrags. Von drei Stunden Interviewzeit hatte ich mir doch etwas mehr versprochen als die 55 Sekunden, die dann gezeigt wurden. Andererseits ist der Firefox unheimlich gut weggekommen und ist sogar Testsieger geworden, was uns auch den Ansturm auf die Server wohl überhaupt erst eingebracht hat. Ein paar Zahlen gefällig? Wir hatten am Tag darauf 124.000 Visits und 266.000 PageImpressions. Entsprechend lag der erzeugte Traffic bei fast 400 GigaByte für den besagten 20. April. Am darauffolgenden Tag kamen noch einmal 100 GB hinzu, sodass wir diesen Monat bisher etwas über 1,4 TeraByte oder 1400 GB an Traffic produziert haben. Damit dürfte uns die Pole-Position in der Uni-Hitliste wieder einmal sicher sein 😉
Effektiv ist unsere Userzahl seit der Sendung wohl um etwas über 70% gestiegen. Wer sich die Zahlen noch genauer ansehen oder die Entwicklung über die letzen Monate anschauen möchte, schaut bitte hier

Aber genug der Zahlen, auch an anderer Stelle gibt es positives zu vermelden. Das Glossar, über das wir an dieser Stelle ja bereits gesprochen hatten, nimmt endlich konkrete Formen an. Ich möchte noch nicht zuviel verraten, weil noch wichtige Fragen geklärt werden müssen, aber ich hoffe, dass wir schon sehr bald mit der eigentlichen Arbeit anfangen können. Passenderweise besuche ich seit dieser Woche ein Seminar, dass mir bei der eventuell ebenfalls anstehenden Erarbeitung von Kriterien der Übersetzung sehr hilfreich sein könnte. Das Seminar – geleitet von Prof. Dr. phil. Ammon – trägt den Titel: „Sprachpurismus – unter besonderer Berücksichtigung der Anglizismen im heutigen Deutsch“

Noch ein Wort zu Frau Schöneberger: Ihr Gast, Oliver Pocher, ist der für mich nervigste Mensch, den ich je erlebt habe. So penetrant, gezwungen witzig und selbst das nur unter der Gürtellinie auf Kosten anderer. Hape Kerkeling, der Meister der Verkleidung und der versteckten Kamera, sagte einmal, dass er kein Interesse daran hätte, die Oma auf der Straße anzupöbeln, sondern lieber gestandene Medienprofis in ihrer eigenen Sendung reinlegen würde, wie er es auch regelmäßig ausgezeichnet hinkriegt. Von solchen Sachen hält Herr Pocher im Namen der Quote gar nichts. Dann muss halt die Omi, die eigentlich nur für ihren Einkauf die Wohnung verlassen hat und sonst nur ihre Ruhe will, von diesem in *äußerst* witziger Weise verarscht werden. Tolle Leistung! Barabara hat ihn dann aber recht schnell runtergeholt: „Ums mal zu sagen wie es wirklich ist: Die von Pro 7 haben gesagt, ladet mal den Pocher ein, der geht dermaßen mit den Quoten runter, wir müssen mal ein bisschen Crosspromotion machen“ Pochers Gesichtsausdruck darauf, war einfach genial 😉 . Verblüffend auch, dass manche Gäste immer noch glauben, dass Sachen herausgeschnitten werden.

12 thoughts on “Wochenrückblick”

  1. Ich weiß gar nicht, was du hast. Ich wollte doch nur meine Erdverbundenheit zum Ausdruck bringen 🙂

  2. lol Erdenbyte 😉 Natürlich, TeraByte. Sensationelle Statistik,da ist man nur noch sprachlos.

    Zur Arbeit: Unglaublich gut Ich hätte sie zwar noch komplexerer geschrieben (ja,ich habe Ahnung vom mittelalterlichen “Pop”. )
    Sollte aber dennoch eine erstklassige “Note” werden.

    Viel Spaß weiterhin im neuen Semester. 😉

  3. Ich finds gut dass eine Uni solch einen Traffic einfach hinnimmt, ohne zu sagen, bis dahin und dann ist fertig. Das ist heute nicht mehr so selbstverständlich.

  4. Danke für die Blumen Intelego und ja Bruno, Phil und ich sind bei jedem Rekord aufs neue erstaunt, dass von der Uni nichts, aber auch gar nichts zu hören ist und schlafende Hunde soll man ja bekanntlich nicht wecken 😉

  5. Die 1,4 TB Traffic sind aber auch nicht so gewaltig, daß es den Betrieb stören würde und Kosten verursacht es der Uni auch nicht, da DFN-Teilnehmer nur für eingehenden Traffic bezahlen müssen.

  6. Das würde erklären, warum mir das HRZ noch nicht aufs Dach gestiegen ist 🙂

  7. Habe Deine Arbeit gelesen. Du schreibst “deutsch”:
    deutlich und verständlich. Dein Stil ist der deutschen Sprache angemessen. Gratulation
    Gruß
    rabenvogel

  8. Danke Rabenvogel, die Verständlichkeit ist mir beim Verfassen von wissenschaftlichen Texten sehr wichtig. Allzu oft muss ich mir Texte durchlesen, bei denen der Autor offensichtlich absichtlich unverständlich geschrieben hat, um seinem Text eine wissemschaftlichen Note zu geben. Es ist auch einfach ärgerlich Sätze lesen zu müssen, die über elf Zeilen reichen, wenn man das auch elegant in zwei oder drei Sätzen hätte schreiben können. An solchen Sachen kann man aber auch relativ schnell und sicher feststellen, ob jemand sein Thema beherrscht oder ob er von seinem Thema beherrscht wird.

  9. Hallo,
    die Arbeit über die Witwenklage ist gut. Eine Kleinigkeit: Auf Seite 13, 1. Satz ist ein Rechtschreibfehler: Herzogenwtitwe. Auch Openoffice.org hat eine Rechtschreibprüfung zwar eine sehr mäßige, die vor Staroffice 7 ist besser, aber sie ist vorhanden. Es gibt leider Profs, die wegen solcher Lapalien eine Arbeit abwerten. ich hoffe, das passiert Dir nicht
    Gruß
    Volker

  10. Hallo,
    die Arbeit über die Witwenklage ist gut. Eine Kleinigkeit: Auf Seite 13, 1. Satz ist ein Rechtschreibfehler: Herzogenwtitwe. Auch Openoffice.org hat eine Rechtschreibprüfung zwar eine sehr mäßige, die vor Staroffice 7 ist besser, aber sie ist vorhanden. Es gibt leider Profs, die wegen solcher Lapalien eine Arbeit abwerten. ich hoffe, das passiert Dir nicht
    Gruß
    Volker

  11. Danke für den Hinweis. Ich bin auch schon gespannt, was es für eine Note gibt. Aber eigentlich zählt im Magister nur “bestanden” oder “nicht bestanden”.

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