Blondes Gift

Wie ihr sicher wisst, bin ich ein großer Fan von Barbara Schöneberger und war natürlich ziemlich niedergeschlagen, als der WDR sich entschied ihre Sendung nicht mehr weiter zu produzieren. Hinzu kam noch, dass zur selben Zeit gerade die Harald-Schmid-Show abgesetzt wurde.
Jetzt ist zumindest “Blondes Gift” wieder zurück und auch wenn ich anfangs ein wenig skeptisch war (und eigentlich immer noch bin), ob der Werbeunterbrechungen und der eventuellen Inkompatibilität der Sendung mit dem übrigen Privatsenderkonzept, warte ich nach dem 2-monatigen Entzug gerade sehr gespannt auf die erste Sendung. Ich kenne zwar den Gast noch nicht, aber der ist bei ihr ohnehin meist nur Hintergrundgeplänkel oder Sidekick. Nach dem Wegfall der Bullyparade dürfte es also wieder interessant werden, Montags den Fernseher einzuschalten.

Nachtrag: Soeben hat Barbara Schöneberger ihren bekannten Abschiedsgruß gesprochen und ich werd mich mal an einem Resümee versuchen. Zunächst einmal, was geblieben ist: Das Intro hat sich zum Glück nicht verändert. Im Grunde hat es eine Eleganz, die noch nie zu der Sendung gepasst hat, aber vielleicht ist das ja auch das Interessante daran. Man erwartet etwas in der Art von “Liebe Sünde” oder “Wa(h)re Liebe” und bekommt stattdessen Barbara Schöneberger. Übrigens hat auch sie sich nicht verändert. Sie agiert immer noch so selbstbewusst, als würde die Sendung Sonntag um 0.00 Uhr von einem Regionalsender gesendet und nur von einem kleinen, aber treuen Zuschauerkreis verfolgt. Dabei dürften einige Millionen dabei zugesehen haben, wie sie ihr Team niedermacht (heute mal etwas zurückhaltender), das Ziel der Show “erklärt” oder sich “verplappert”, dass die Sendung am Vormittag aufgezeichnet wird.

Leider, leider gibt es aber natürlich auch Veränderungen. Am einschneidensten und nervigsten ist mit Sicherheit die obligatorische Werbung. Die hat mich wieder daran erinnert, warum ich Privatsender meide wo es geht. Vor allem die abrupte 15 Sekunden Werbung stört den Fluss der Sendung ungemein und ist einfach nur penetrant. Ein solchermaßen aufdringlich präsentiertes Produkt ist doch das erste, was ich im Laden links liegen lasse.
Davon abgesehen hat sich aber auch eine Kleinigkeit im Studio selbst geändert: Der Teppich ist wieder sauber! Eigentlich schade, wenn man bedenkt wie viele Erinnerungen jeder Fleck auf dem Teppich verewigt hatte. Guildo Horn und Kai Böcking hatten daran genauso Anteil wie Barbara selbst, die ja immer noch keine andere Ablage für ihr Getränk hat als den Teppich. Lange dürfte der also nicht mehr so jungfreulich weiß bleiben…
Eine andere Neuerung ist die Präsentation des Insiders. Statt mit Puppen versucht die Redaktion (nicht Barbara, wie sie deutlich hervorgehoben hat) es nun mit vermummten Menschen. Ob der Schal und die Mütze im Sommer immer noch so viel Spaß machen werden, ist allerdings eine andere Sache 😉
Auch bei den Gästen gibt es eine Veränderung, auf die auch Barabara Schöneberger hingewiesen hat: Ihr kennt Sie! Auch wenn ich die bisherigen Gäste ganz nett fand und man so auch noch so ein bisschen was vom Rand der Unterhaltungsbranche mitbekommen hat, war es für die Quoten wohl gesünder sich bekannte Leute ins Studio zu holen. Dass sie damit aber gleich so einen Treffer landen würden, hatte ich nicht erwartet. Für mich war es ganz interessant, weil ich den Daniel K., 18, bisher noch nie länger als 2 Minuten “in Natura” gesehen hatte. Jetzt kann ich aber leider immer noch nicht nachvollziehen, warum ausgerechnet dieser 18-Jährige so viel Aufmerksamkeit bekommt. Ein bisschen blöd kam er mir nämlich schon vor. Vor allem seine Mimik war doch öfter mal von völliger Orientierungslosigkeit gezeichnet. Barbaras Fragen trafen ihn dann wohl auch ziemlich unerwartet, aber über Geld spricht man ja nicht, man hat’s einfach, oder? *g*
Der große Vorteil von blondes Gift war ja immer, dass die allermeisten Gäste die Sendung noch nie gesehen hatten und Barbara entsprechend verblüfft gegenüberstanden. Man erinnere sich an die Sendung, in der Kai Böcking zusammen mit Barbara Schöneberger dem geneigten Publikum den Gebrauch eines Klistiers näher gebracht haben. Ich konnte kaum glauben, dass die das gesendet haben und Kai Böcking hatte wohl auch nicht damit gerechnet 😉
Es wird interessant zu sehen wie Barbara mit der neuen Situation umgeht, aber als studierte Soziologin dürfte sie ihren Zuschauern noch einiges zu bieten haben…

5 thoughts on “Blondes Gift”

  1. Oh,da schreibst du 8 Tage nichts und dann legst du so eine “Rezesion” ab. Hut ab! 😉

  2. Nunja, ich habe gestern eine sehr langwierige Arbeit abgeschlossen und habe nun endlich Zeit, mich anderen Dingen zu widmen. Dass ausgerechnet gestern auch Blondes Gift zum ersten mal wieder zu sehen war, war reiner Zufall.

    Gruß
    Abdulkadir Topal

  3. Hallo Abdulkadir,
    auf der Medienseite der heutigen “Süddeutschen” ist ein größerer Artikel Barbara Schöneberger mit Bild erschienen. Die Bildunterschrift hat mir gut gefallen:”Barbara Schöneberger spricht so schnell, dass junge Männer ganz nervös werden.”
    Stimmt´s?
    Gruß
    rabenvogel

  4. Er hat sie abgeschlabbert! Das war die reiste Göttinnenentweihung! Anstatt den Kübeldings einzuladen, hätte sie sich nochmal den Zacherl holen sollen. Der ist auch *ungewöhnlich*, aber wenigstens nicht blöd. Und ehrlich: Die Werbung nervt massiv.

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